Freude der SP über Ja zur Städte-Initiative
Als eine der aktiven MitstreiterInnen für das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung freut sich die SP über die überaus deutliche Zustimmung der St.Galler StimmbürgerInnen. St.Gallen ist die erste Stadt, in welcher über diese Initiative abgestimmt wurde. Sie hat somit ein Zeichen gesetzt - national und städtisch erst recht.
Mit diesem deutlichen Abstimmungsresultat haben die St.Galler StimmbürgerInnen Weitsicht bewiesen und klar gemacht, wo sie die Schwerpunkte in Bezug auf die Verkehrsentwicklung setzen. Verschiedene Interessengruppen, die immer wieder gerne im Namen der Bevölkerung argumentierten, müssten jetzt umdenken.
Der Ausgang dieser Abstimmung kommt offenbar für die Gegner der Initiative einer Art „Majestätsbeleidigung“ gleich. Wenn die FDP in einer ersten Stellungnahme schreibt, das Reglement sei bei 59% Ja-Stimmenanteil knapp angenommen worden, ist das realitätsfremd. Das Abstimmungsresultat ist vielmehr ein deutliches Zeichen der fortschrittlichen Kräfte, welche den Mut haben, ihre Vision einer modernen Stadt von der längst überholten Vorstellung zu lösen, alles müsse stets auch mit dem Auto erreichbar sein.
Das St.Galler Stimmvolk möchte in Zukunft nicht auf einen Ausbau des Strassennetzes setzten, und auch nicht das Angebot an Parkplätzen ausweiten. Es ist der Meinung, dass die heutige Verkehrsbelastung ihre Grenze erreicht hat. Der Ausbau der Mobilität des Einzelnen muss mit nachhaltigem Verkehr aufgefangen werden. Das heisst, mit einer Verbesserung des ÖV Angebotes sowie Attraktivitätssteigerungen im Velo- und Fusswegnetz. Den Anspruch, jeden Laden in der Stadt direkt mit dem Auto erreichen zu müssen, scheinen nicht die Stadtbewohner zu haben, sondern viel eher die PendlerInnen aus den umliegenden Gemeinden. Die Tatsache, dass die Leute, die in der Stadt wohnen, unter den täglichen Blechlavinen leiden, wird von gewissen Kreisen gerne dem Bedürfnis nach absoluter Mobilität untergeordnet. Zeit, die Prioritäten anders zu setzen!
Die SP erwartet jetzt, dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung ernst genommen wird. Gerade im Bezug auf die bevorstehende Neugestaltung des Marktplatzes und des Bahnhofplatzes müssen bereits bei der Planung konkrete Massnahmen zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs ergriffen werden, damit dieses Reglement kein Papiertiger bleibt.



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