Lange Wartefristen auf dem Sozialamt (SOA)
Im ersten Halbjahr 2010 mussten Personen, die sich für den Bezug von Sozialhilfe anmeldeten mit einer Wartefrist von bis zu sechs Wochen rechnen.
Für Menschen in finanzieller Not ist diese Wartefrist sehr lange, in vielen Fällen viel zu lange, da sie meist alle privaten Hilfsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft haben, bis sie sich auf dem SOA anmelden. Mit dieser langen Wartefrist ist die Gefahr gross, dass Hilfesuchende sich unnötig verschulden und Existenzängste, Verzweiflung und Hilflosigkeit ausgelöst und I oder verstärkt werden.
Das Sozialamt hat im 2010 zudem Änderungen im Anmeldeverfahren eingeführt, die den Bezug von Sozialhilfe erschweren:
Ein Beratungstermin wird erst vereinbart, wenn die sehr umfangreichen Anmeldeformalitäten und Unterlagen vollständig eingereicht sind. Das tönt logisch und einfach, wer aber schon einmal die Liste der verlangten Unterlagen und das mehrseitige, für viele Leute nicht leicht auszufüllende Anmeldeformular selber gesehen hat weiss, dass es einigen Aufwand und Zeit benötigt, alle geforderten Papiere einzureichen. In dieser Zeit vergehen Tage ohne finanzielle Unterstützungsleistung. Die Unterstützungsleistung wird auch nicht mehr bar ausbezahlt, sondern nur auf ein Bank- oder PC-Konto überwiesen. Auch da vergeht Zeit, bis das für den Lebensbedarf benötigte Geld bei den Hilfesuchenden ankommt.
Fragen an den Stadtrat:
- Wie sieht es mit den Wartefristen im 2. Halbjahr 2010 aus?
- Wie stellt sich der Stadtrat zur langen Wartefrist von bis zu sechs Wochen?
- Welche Wartefrist vom Erstkontakt bis zur ersten Auszahlung von Sozialhilfe erachtet der Stadtrat als angemessen?
- Was unternimmt das Sozialamt, um die Wartefrist wieder auf ein angemessenes Mass (3-5 Tage) zu verkürzen?
- Was hat das Sozialamt dazu veranlasst, Hürden einzubauen, die Hilfesuchenden den Bezug von Sozialhilfe erschweren?
- Wie stellt sich das Sozialamt vor, wie die Menschen, die Sozialhilfe beantragen, die Anmelde- und Abklärungszeit überbrücken und die anfallenden Zahlungen (z. B. Wohnungsmiete, Krankenkasse) leisten sollen?
- Wie beurteilt der Stadtrat die Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im SOA?
eingereicht am: 3. September 2010 eingereicht durch: Beatrice Truniger Blaser



Social media
RSS abonnieren
Twitter