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Doris Königer: Hausbesetzung der anderen Art

Luftbild Rotmonten

Die Universität wächst stetig weiter. Es ist wie ein Geschwür welches sich in Gärten und Wohnhäuser am Unteren Rosenberg und in Rotmonten ausbreitet. Ohne Konzept und ohne eigentliches Ziel. Jedes Haus, welches sich anbietet, wird annektiert. Neue Dozenten, zusätzliche Studenten – die Universität braucht Raum.

Bereits hat die Hochschule das nächste Wohnhaus für ihre quartierfremde Nutzung im Visier. Die jetzigen Mieterinnen und Mieter an der Tigerbergstrasse 9 haben die Kündigung kürzlich erhalten. Diesmal ist es ein Haus mit billigem Wohnraum, Klein- und Kleinstwohnungen, welche meist von Studentinnen und Studenten bewohnt werden. Das Haus wird im Herbst zu Büroraum umfunktioniert, Büroraum für die Universität.

So kann es nicht weiter gehen. Die Verdrängung von Wohnraum muss gestoppt werden. Es sind nicht nur die Wohnungen, welche zu Büros werden, nein es sind auch Gärten, die nicht mehr belebt sind. Am Abend gehen die Lichter aus und am Wochenende wird das Gebiet zur Geisterstadt. Falls wir nichts dagegen unternehmen, kommt es zur Entvölkerung des heutigen beliebten Wohnquartiers. 

Wenn die Universität wirklich wachsen will, dann braucht sie ein längerfristiges Raumkonzept, eine Zielvorstellung wo sie die benötigten Büro- und Seminarräume erstellen will. Es braucht wahrscheinlich einen neuen Standort für die Hochschulerweiterung, damit die unschönen Provisorien verschwinden und die besetzten Wohnräume wieder freigegeben werden. 

Es braucht schnell einen Wohnschutz für das Quartier, aber selbstverständlich auch eine neue Bleibe für die Universitätserweiterung.

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