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Schwache Argumente für Pauschalbesteuerung

Die Zahlen zu den Pauschalbesteuerten in der Stadt St. Gallen, welche der st. galler Stadtpräsident im Tagblatt präsentiert hat, überraschen doch: 14 Steuerprivilegierte entrichteten 2008 durchschnittlich 32‘000.- Franken Steuern. 

Das ist ein lächerlich kleiner Betrag, wenn man davon ausgeht, dass von der Pauschalbesteuerung nur profitieren kann, wer wirklich reich ist - und Ausländerin oder Ausländer. Es ist ein Affront gegenüber allen normalen Steuerzahlenden, die jährlich aufgrund ihrer Steuererklärung ihren Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Dienstleistungen und Infrastruktur leisten. Das Argument des Stadtpräsidenten, dass die Pauschalbesteuerten bei Gärtnern und Hausangestellten Arbeitsplätze schaffen, hat nichts mit ihrer Steuerprivilegierung zu tun. Er verkennt dabei völlig, dass wir alle, wenn wir zum Coiffeur gehen, lokale Produkte kaufen oder uns ein Essen im Restaurant gönnen, Arbeitsplätze schaffen, ohne dass wir dabei bei den Steuern privilegiert behandelt werden. Wir sind ganz einfach ein Teil der Gesellschaft. Die Angstmacherei des Stadtpräsidenten, dass mehr Gerechtigkeit im Steuerwesen zu Ausfällen in der Stadtkasse führen werden, ist absolut nicht nachvollziehbar. Sollten die Discountsteuerzahlenden nach einer Abschaffung der Pauschalbesteuerung wegziehen, werden ihre Liegenschaften auf dem ausgetrockneten Liegenschaftsmarkt rasch wieder von neuen Personen mit ähnlichem Lebensstil bewohnt. Mit dem Unterschied, dass diese dann Steuern wie die ansässige Bevölkerung bezahlen. Das kommt der Stadtkasse zugute und schlussendlich allen Steuerzahlenden. Im Kanton Zürich, wo die Pauschalbesteuerung bereits abgeschafft worden ist, trauert gemäss Pressebericht niemand den Wegzügern nach, denn es sind schon längst neue Bewohner und Bewohnerinnen gekommen. Auch im Kanton St. Gallen kann die Bevölkerung im November endlich diese ungerechte Steuerpraxis abschaffen. 

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