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Vadianplatz zum zweiten – Verschlechterung nicht akzeptabel

Zwar sind die bürgerlichen Parteien nicht gegen den Langsamverkehr. Sie sind auch nicht gegen die Neugestaltung von Plätzen. Aber zuerst kommt immer das Auto. Wo dieses ist, muss es bleiben. Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs werden auch dann nicht akzeptiert, wenn damit eine grosse Steigerung der Lebensqualität für alle in der Stadt erreicht würde. Dies hat sich bei der Debatte um die Neugestaltung Vadianplatz einmal mehr eindrücklich gezeigt.

Im Juni wurde die Vorlage von CVP, SVP und FDP im Parlament zurückgewiesen. Die bürgerlichen Fraktionen störten sich hauptsächlich an der veränderten Verkehrsführung, die eine Zufahrt zur Parkgarage nur noch von Osten her vorsah, wodurch ein Teil der Autofahrerinnen und Autofahrer einen kleinen Umweg hätten in Kauf nehmen müssen.

Nun liegt das neue, nach den Wünschen der bürgerlichen Parteien überarbeitete Projekt vor. Dieses verfolgt immer noch das Ziel, den Platz freundlicher zu gestalten. Allerdings bestimmt im neuen Projekt die Verkehrsführung, was auf dem Rest des Platzes noch möglich ist. Die SP fordert aber, dass eine optimale Platzgestaltung Priorität hat und die Verkehrsführung sich unterzuordnen hat. Die Sicherheit für Kinder rund um den Oertli-Brunnen wird gegenüber heute sogar verschlechtert, weil nach wie vor Autos über den Platz fahren und damit ein Gefahrenherd für Kinder bestehen bleibt. Der bereits gesprochene Kantonsbeitrag für „Verbesserungen auf der wichtigen Veloroute auf der Vadianstrasse“ fällt aufgrund der Projektänderungen weg, da der Kanton keine Verbesserungen mehr für den Langsamverkehr erkennen kann, womit die Kosten für die Stadt steigen.

Die SP findet es irritierend und unverhältnismässig, dass in der Stadt St.Gallen selbst die kleinsten Anpassungen, die den Langsamverkehr gegenüber dem motorisierten Indidvidualverkehr bevorzugen, mit solcher Vehemenz von bürgerlicher Seite bekämpft werden. Dies widerspricht dem klaren Entscheid der Stadtbevölkerung, den Verkehr im Zentrum zu beruhigen. Und es passt auch nicht zur bürgerlichen Sparwut, die in anderen Bereichen kein Pardon kennt.

Die neue Vorlage zum Vadianplatz ist insgesamt wesentlich schlechter und teurer als die alte – ungeachtet einiger gestalterischer Verbesserungen. Die SP lehnt diese Vorlage deshalb ab und wird im Parlament den Antrag stellen, die ursprüngliche Vorlage zu verabschieden.

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